Rechtliche Vorschriften der privaten Hühnerhaltung

Rechtliche Vorschriften der privaten Hühnerhaltung

Zwar ist die Hühnerhaltung an sich grundsätzlich erlaubt, dass heißt aber nicht, dass man dabei machen darf, was man will. Es gibt hier einige Vorschriften zu beachten, auf die ich im Folgenden näher eingehen werde. 

 

Vorab der Hinweis: Ich bin kein Rechtsanwalt und dies ist keine Rechtsberatung. Dieser Artikel ist lediglich das Ergebnis meiner eigenen Recherchen. Für eine absolut rechtssichere Aussage bleibt nur der Weg zum Anwalt.

 

Anzahl der Hühner

 

Wie bereits im vorherigen Kapitel erläutert, sollte es bei nicht mehr als 20 Hühnern zu keinerlei Problemen bzgl. der Anzahl der Hühner kommen. Abgesehen davon, dass man anhand der Anzahl der Hühner zwischen privater und gewerblicher Haltung unterscheidet, gibt es diesbzgl. aber auch noch weitere Vorschriften, die es zu beachten gilt. 

Die Anzahl der zu haltenden Hühner richtet sich außerdem noch danach, wie viel Platz man den Hühnern zur Verfügung stellen kann. Denn selbstverständlich gehört auch ausreichend Platz zu einer artgerechten Haltung.

Abgesehen von der Obergrenze von 20 Hühnern solltest du aber auch eine Untergrenze beachten. Kaufe dir auf keinen Fall nur ein Huhn. Sie sind sehr soziale Tiere und brauchen die Gesellschaft ihrer Artgenossen. Wenn du dir Hühner kaufen willst, dann kaufe mindestens drei von ihnen. 

 

Ausreichend Platz im Stall

 

Grob kannst du an dieser Stelle damit rechnen, dass du jedem Huhn 0,3 – 0,4 m² Platz im Stall zur Verfügung stellen solltest. Der genaue Wert richtet sich nach der Hühnerrasse. Natürlich ist es hier besser, lieber etwas mehr Platz einzuplanen als zu wenig.

Es gibt aber noch weitere Punkte, die du beim Stall beachten musst. Du kannst dich dafür entscheiden, einen festen Hühnerstall in deinen Garten zu bauen. Hierbei ist aber das öffentliche Baurecht zu berücksichtigen. Wir leben in einem Land der Bürokratie und leider ist es oft so, dass das, was für den Einzelnen eigentlich selbsterklärend erlaubt ist, tatsächlich doch nicht einfach so umgesetzt werden darf.

Die genauen Regelungen sind – wie so oft – von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, so dass ich dir an dieser Stelle keine allgemein gültigen Hinweisen geben kann. Ein Gespräch mit deinem zuständigen Bauamt ist an dieser Stelle angebracht.

Du hast aber die Möglichkeit, auf einen mobilen Hühnerstall auszuweichen. Diese gibt es in verschiedenen Größen und sie stellen in der Regel kein Problem dar. 

 

Ausreichend Platz im Auslauf

 

Ausgehend davon, dass sich deine Hühner in einem eingezäunten Garten aufhalten werden, solltest du mit 10 – 15 m² pro Huhn rechnen. Wenn du planst, dir 10 Hühner anzuschaffen, solltest du ihnen also mind. 100 m² zur Verfügung stellen können. Besser wären natürlich        150 m². 

 

Impfung

 

Wenn du Hühner besitzt, bist du auch dazu verpflichtet, deine Hühner regelmäßig gegen die Vogelgrippe impfen zu lassen. 

Wie häufig die Impfung erfolgen muss, hängt davon ab, welcher Impfstoff verwendet wird. Die Häufigkeit der Impfungen ist also etwas, dass du am besten mit dem Tierarzt besprichst. Dieser wird die genaue Angaben dazu machen können.

Hier gibt es außerdem verschiedene Möglichkeiten. Du kannst die Impfung selbst durchführen. Der Impfstoff wird dann über das Trinkwasser verabreicht. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Impfung durch den Tierarzt durchführen zu lassen. 

Der Unterschied liegt dann auch darin, dass die Trinkwasserimpfung alle paar Wochen durchgeführt werden muss. Die Impfung durch den Tierarzt beschränkt sich auf einmal jährlich.

Neben der Impfpflicht gegen die Vogelgrippe, kann auch eine Pflicht für eine Salmonellen-Impfung bestehen. Diese ist eigentlich für größere Hühnerhaltungen mit mehreren hundert Hühnern gedacht. Dennoch solltest du deine zuständige Behörde kontaktieren und dich informieren, ob in deiner Gegend diese Pflicht auch bereits für kleine Haltungen greift.

 

Außenfütterung

 

Deine Hühner dürfen nicht nach Lust und Laune im gesamten Garten gefüttert werden. Eine Fütterung darf nur dort stattfinden, wo es für Wildvögel nicht zugänglich ist.

Ich empfehle dir aber ohnehin, die Fütterung immer im Stall zu erledigen.

 

Lebensmittelhygiene

 

Auch in diesem Bereich gibt es einige Dinge, die du beachten musst. Sie gelten ganz besonders dann, wenn du gelegentlich Eier an Freunde oder Nachbarn weitergibst.

Eine Abgabe darf nur zum Eigenbedarf erfolgen, eine Sortierung nach Güte- und/oder Gewichtsklassen darf dabei nicht erfolgen. 

Zwischen dem Legen der Eier und der Abgabe dieser müssen sie angemessen gelagert werden. Das heißt, die Eier musst du sauber, trocken und ohne jeglichen Fremdgeruch aufbewahren. Du musst auch dafür sorgen, dass sie keinen Stößen und keinen Sonneneinstrahlungen ausgesetzt werden. Die Temperatur, bei der du sie aufbewahrst, sollte außerdem möglichst gleichbleibend sein. Ab dem 18. Tag nach der Legung sollten die Eier bei einer Temperatur von 5 – 8 Grad Celsius gelagert werden.

Eine Haltbarkeit ist bis maximal 28 Tage nach der Legung gegeben. Du darfst sie aber bereits nach 21 Tagen schon nicht mehr abgeben. Knick- und/oder Brucheier darfst du überhaupt nicht abgeben.

Sofern du die Verpackungen, in denen du die Eier, aufbewahrst, wieder verwendest, müssen sie leicht zu reinigen sein. Wenn du die Eier also im klassischen Eierkarton aufbewahrst, darfst du den Eierkarton nicht wieder verwenden, da eine Reinigung nicht so einfach möglich ist.

 

Schlachtung

 

Zum Eigenbedarf darfst du deine Hühner auch schlachten. Hierbei musst du aber das Tierschutzgesetz beachten. Demnach müssen die Hühner, die du schlachten willst, fachgerecht betäubt werden, denn Schmerzen musst du dabei vermeiden können.

Außerdem darfst du eine Schlachtung nur dann vornehmen, wenn du die nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse hast.

Wenn du also tatsächlich deine Hühner auch schlachten möchtest, solltest du vorab einen Schlachtkurs belegen und dich genau informieren, welche Art von Fähigkeiten und Kenntnissen du benötigst. 

Bitte denke an diesem Punkt unbedingt immer daran, auch wenn es “nur” ein Huhn ist, es ist ein Lebewesen, ein Tier. Bitte bring ihm so viel Respekt entgegen, dass du es nicht einfach so tötest, um es einmal auszuprobieren oder mit dem Gedanken “das wird schon nicht so schwierig sein”. Du beendest immerhin das Leben dieses Tieres.